‚Wir werden uns ökologisch Ernähren oder gar nicht mehr‘

‚Für die Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung muss unsere Gesellschaft eine Lösung finden. Einfach nur mehr produzieren, damit ist es nicht getan. Die ökologische Intensivierung ist der Schlüssel für die Nahrungssicherung der Zukunft.‘ sagt Prinz zu Löwenstein.

In diesem Artikel beschreibt er Notwendigkeit und Möglichkeiten für einen Umbau der vorherrschenden industriellen Agrarwirtschaft hin zu einer ökologischen Landwirtschaft.

Prinz zu Löwenstein betreibt mit seiner Familie einen Naturlandhof und ist Vorsitzender des Bundes ökologischer Lebensmittelwirtschaft.

Ich habe schon mehrere Vorträge zu diesem Thema von Prinz zu Löwenstein gehört und finde seine Argumentation sehr plausibel und nachvollziehbar. Im Weltagrarbericht kam man zu ähnlichen Ergebnissen und Forderungen.

Leider steht dem Umbau unserer industriellen Agrarwirtschaft hin zu einer ökologischen Landwirtschaft ein schwergewichtiger Industriezweig entgegen. Welche Katastrophen müssen also noch geschehen, damit hier ein Umdenken stattfinden kann?

Im Juli heißt es ‚regional – saisonal – lokal‘

Letzten Monat haben wir im Rahmen der Nachhaltigkeits-Challenge von Finding Sustainia kein Zeug‘ gekauft. Kein Zeug sollte heißen, keine Konsumgüter – Nahrungs- und Verbrauchsmittel ausgenommen. Es sollte stattdessen getauscht, repariert oder geliehen werden. Und es war regelrecht entspannend, einfach mal keine Ausschau nach einer neuen Hose, Tasche oder Jacke zu halten (oder halten zu müssen?) und cool, dass ich das Kabel vom Rasenmäher selbst reparieren konnte.

Diesen Monat haben wir ‚die Aufgabe‘ einer regionalen Versorgung. Das klingt erstmal einfach. Aber mit Obst und Gemüse ist es nicht ganz getan. Wir brauchen auch Öl, Getreide, Hülsenfrüchte und einige Dinge mehr, die nicht ganz so einfach in der Region zu erhalten sind. Die Meyer haben dazu einen tollen Auftaktpost geschrieben. Danke Santa und Anna, ihr seit sehr inspirierend und motivierend.

Also ist die Challenge doch wieder eine kleine Herausforderung, in der neue Bezugsquellen und Alternativen gefunden werden müssen.

Zum Auftackt hatten wir am Sonntag im MioMatto in Berlin ein super köstliches veganes ‚Regio‘-Menü

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Yummy – das war der richtige Einstieg in den Regio-Monat. Björn Moschinsky zeigt, welch tolles Gourmet Menü man mit regionalen Produkten zaubern kann.

Und Wilma bekam die größte Möhre aller Zeiten, serviert auf feinem Teller mit Blüten umlegt (bin etwas unsicher, ob sie das wirklich gewürdigt hat) 🙂

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Meine Notizen für die Versorgung in und um Köln:

regionale Landprodukte
Getreide
Biohof in Werl
– Ökomarkt Köln: Mittwochs Rudolphplatz, Dienstags und Freitags Severinskirchplatz
biohof Bursch
Ida Gemüsekiste
http://www.lecker-regional.de

#Nachhaltigkeit #Minimalismus #Vegan #Spass

Veggietag in der DEG schon Tradition

Seit 2 Jahren gibt es im Betriebscasino der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft in Köln Donnerstags ausschließlich vegetarische Speisen. Hier habe ich bereits darüber berichtet.

Was bedeutet ein wöchentlicher Veggietag für die Mitarbeiter in der Küche?

Darüber habe ich mit dem stellvertretenden Küchenchef Michael Krüger gesprochen, der den Veggietag von Anfang an unterstützt hat:

2 Jahre Veggietag in der DEG. Ist Veggie an Donnerstagen für Mitarbeiter und Küche zur Normalität geworden?
Für 95% der KollegInnen schon. Es gibt zwar nach wie vor einige, die den Veggietag kritisch sehen und sich durch den „erzwungenen“ Fleischverzicht bevormundet fühlen, aber der Großteil der Mitarbeiter findet den Veggietag gut.

Wie viele Essen werden Mittags – vegetarisch und nicht-vegetarisch – ausgegeben?
Pro Tag werden insgesamt 340-360 Essen ausgegeben, davon durchschnittlich ca. 230 Fleisch-/Fisch-, 100 vegetarische Gerichte und 20-30 Salatteller. An Veggietagen liegen wir etwas darunter, da werden insgesamt ca. 280 Essen ausgegeben. Es hängt aber auch stark vom jeweiligen Gericht ab. z.B. geht „die Nudel“ in der DEG immer. Attraktiv angerichtet mit leckerem Pesto, geschmolzenen Tomaten und frisch gehobeltem Parmesan – da kannst du ein Steak neben legen, das würde 1:1 gehen.

Wie kommt der Veggietag in der Küche an? Bringt das Mehrarbeit mit sich? Ist das vegetarische Kochen schwieriger für euch?
Grundsätzlich gut, teilweise aber auch mit gemischten Gefühlen. Weil es nicht einfach ist, sich immer wieder etwas Neues einfallen zu lassen. Außerdem haben die Händler für den Gastrobereich noch nicht die große Bandbreite an Produkten im Angebot, wie man das vom privaten Einkauf kennt. Ich würde mich freuen, wenn es hier ein größeres Angebot geben würde. Bei einem Unternehmen habe ich z.B. vegetarische Produkte angefragt und die wollten eine Vorauszahlung haben. Das ist für uns unüblich und ich glaube, die entsprechenden Lieferanten sind hier noch nicht auf den Gastrobetrieb eingestellt.

Wir haben gerade allerdings einen neuen Händler aufgetan, der auf die Cerealien-Schiene geht und auch Milchersatzprodukte in größeren Gebinden anbietet – das werden wir jetzt mal ausprobieren.

Für die KollegInnen in der Küche ist das vegetarische Kochen durchaus etwas schwieriger oder sagen wir aufwändiger. Es ist z.B. einfacher ein Stück Fleisch als einen Veggie-Bratling zu braten. Da muss man die Inhaltsstoffe berücksichtigen, ob sie beispielsweise empfindlich gegen Hitze sind und evtl. schnell anbrennen oder austrocknen. D.h. wir probieren das vorher aus. Wir machen die Grundmasse fertig und bereiten eine Probe zu. Es steckt daher etwas mehr Aufwand dahinter. Insgesamt hält es sich aber im Rahmen.

Oft wird kritisiert, dass die vegetarische Küche teurer ist. Kannst du das bestätigen?
Dazu muss man sagen, dass wir einen großen Anteil unserer Produkte in Bio-Qualität einkaufen. Bei einem hohen Gemüseanteil geht die Kalkulation im Sommer gut auf. Im Winter ist das naturbedingt etwas schwieriger, da ist Gemüse einfach teurer. Wir könnten dann natürlich auf konventionelle Produkte zurückgreifen, das wollen wir aber nicht – auch oder gerade am Veggietag nicht. Insgesamt geht die Kalkulation auf – mit Bio und Veggietag.

Ein Veggietag gilt durch die Reduzierung des Fleischkonsums als klimafreundlich und gesund. Es gibt in unserem Casino täglich frische Salate, Gemüse und auch Getreideprodukte. Spielt die gesunde Ernährung neben dem kulinarischen Genuss eine besondere Rolle in der DEG?
Ja, absolut. Wobei es auch hier wieder die berühmten Ausnahmen gibt. Man kann auch bei uns Salat und Gemüse weglassen 🙂 und diese persönliche Entscheidung können und wollen wir auch keinem abnehmen. Aber die meisten Mitarbeiter sind an einer gesunden Ernährung interessiert und wir ermöglichen das ja auch mit unserem Angebot. Ich habe mich für den Veggietag eingesetzt und finde es schade, dass man bei einigen immer noch auf Widerstand stößt. Rational ist das nicht begründet, denn man muss (bzw. sollte) nicht jeden Tag Fleisch essen.

Ein großes Problem weltweit ist auch die Tatsache, dass Nahrungsmittel weggeworfen werden. In der DEG stelle ich fest, dass Übriggebliebenes am nächsten Tag in Salaten und Suppen kreativ weiterverwertet wird. Das klingt nach einem guten Konzept. Geht das so auf?
Geht absolut auf. Man muss natürlich immer noch die HACCP Richtlinie im Auge behalten und das haben wir. Das ist die Gefahren-Analyse kritischer Kontrollpunkte. Man darf z.B. gekochten Reis am nächsten Tag nicht mehr verarbeiten, weil die Gefahr von Keim-Befall bei Reis groß ist und dieses Produkt dann bereits kontaminiert sein könnte.
Wir versuchen allerdings, so wenig wie möglich übrig zu behalten. Wenn wir etwas übrig behalten, geben wir das an die Kölner Einrichtung Notel (Notschlafstelle für drogenabhängige Obdachlose der Caritas ).

und zum Abschluss: Bleibt uns der Veggietag weiterhin erhalten? Wie ist da deine Prognose?
Da gibt’s nichts dran zu rütteln und was in Köln bereits 2 Jahre Bestand hat, ist schon Tradition – oder besser gesagt bereits Brauchtum 🙂

Vielen Dank für das Gespräch.

Und wie war sie so, die Mai Challenge? #BioOnABudget

Wie bereits berichtet, habe ich mich im Mai an der Aktion ‚Bio on a budget‘ im Rahmen der Nachhaltigkeits-Challenge 2014 von Finding Sustainia und TT30 beteiligt.

Santa & Anna alias Meyer & Meyer und die TeilnehmerInnen haben versucht, sich für 5€ pro Tag mit Bioprodukten zu ernähren. Hier könnt ihr den Bericht von Santa und Anna lesen.

Ich habe mich nicht streng an die 5€ gehalten, jedoch versucht, mich Bio, einfach, gesund und vollwertig zu ernähren. Und: es hat geklappt. Es war durchaus eine Herausforderung und ich habe mehr Zeit in Beschaffung und Zubereitung unserer Mahlzeiten investiert. Ich haber aber auch viel gelernt. Mahlzeiten aus einfachen und günstigen Lebensmitteln herstellen, Brot selbst backen, Sojamilch produzieren, Gemüsebrühe aus Gemüseresten zubereiten, Wildkräuter verarbeiten. Außerdem bereite ich unsere veganen Brotaufstriche jetzt immer selbst zu. Das ist lecker, spart Geld und Abfall und ich weiß, was drin ist.

Wie funktioniert eine Bioverpflegung ‚on a budget‘?

– hoher Anteil an Selbstgemachtem
– einfache (gesunde und sättigende) Getreide-/Hülsenfruchtgerichte mit Obst und Gemüse
– kein oder sehr wenig Fleisch-, Wurst- und Milchprodukte
– Weiterverwertung von Gemüseresten und sonstige Resteverwertung
– Tauschen & Teilen (z.B. Foodsharing)
– Verarbeitung von Eßbarem aus der Natur (Holunder, Kräuter, Mirabellen, Beeren, Pilze, Blüten, etc.)
– Anbau von Obst und Gemüse im eigenen Garten oder Beteiligung an Urban Gardening Projekten (wie z.B. Die Pflanzstelle Köln Kalk)

All das kostet Zeit. Es bringt uns vielleicht aber wieder zurück zu den wesentlichen Dingen des Lebens. Außerdem empfinde ich die neuen Aspekte meiner Ernährung als absolut bereichernd und beglückend.

Fazit also: POSITIV

und schonmal Vorfreude auf die Juni Challenge: #KeinZeug

Kölner Schülerin setzt sich mit ihrer Ernährungsweise für Klima, Umwelt & Tiere ein

Lena hat sich zum Thema ‚Klimaschutz‘ innerhalb ihres Religionsunterrichtes etwas ganz besonderes ausgedacht. Sie stellt ihre Ernährung stufenweise von Vegetarisch über Vegan bis hin zu Fructarisch um und berichtet darüber auf ihrem neuen Blog ‚Herbivores, Carnivores, you’re welcome‘.

Sie nimmt uns in ihren Posts mit auf ihre ersten veganen Shopping Tripps, ins Restaurant und an den Backofen. Der Mohnkuchen à la Lena sieht schonmal super aus 🙂 Von ihren Speisen macht sie schöne, ästhetische Bilder – ganz ‚der alte Bloggerhase‘ 🙂

Ich bin beeindruckt vom Engagement der 9. Klässlerin und verfolge mit Spannung, wie es weitergeht mit ihrem Klimaschutzprojekt. Ich selbst fühle mich mit einer pflanzlichen Ernährung super wohl. Vielleicht ergeht es Lena ja ähnlich.

Veganes Twitter Sommerfest ‚tVitteinander‘

Termin und Programm stehen: Das diesjährige ‚tVitteinander‘ findet in Stuttgart im Rahmen des ‚Vegan Street Days‘ statt. Wir werden auf der Schwäbischen Alb wandern gehen und vegan picknicken, wir werden gemeinsam den VSD besuchen und die vegane Szene Stuttgarts erkunden.

Freut euch auf ein gemeinsames Wochenende mit anderen veganen Twitterern (oder an dieser Lebensweise Interessierter) zum Kennenlernen, zum Austausch und zur Vernetzung.

Weitere Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung findet ihr hier.

Auf Twitter findet ihr die Veranstaltung unter #tVitteinander

Wie es im letzten Jahr war und was dabei ‚herausgekommen ist‘ könnt ihr hier hiernachlesen.

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